Vor einigen Tagen wurden die offiziellen Innenraumfotos des rein elektrischen Cayenne von Porsche veröffentlicht, was in der heimischen Autoszene für nicht wenig Aufmerksamkeit und Diskussionen gesorgt hat.
Hand aufs Herz: Erkennt man bei diesem Interieur auf den ersten Blick – abgesehen von dem Wappen auf dem Lenkrad – überhaupt noch, dass das ein Cayenne ist?

Nur Bildschirme überall! Ein gebogener OLED-Bildschirm, ein 12,25 Zoll großer Zentralbildschirm, ein 14,25 Zoll großes Digitalcockpit und sogar ein 14,9 Zoll großer Entertainment-Bildschirm für den Beifahrer.
Und das ist noch nicht alles! Optional gibt es ein absurd großes 87-Zoll-AR-HUD – wurde hier etwa ein Kino ins Auto verlegt?

Da stellt sich doch die Frage: Ist dieses Interieur „Technologie“ oder „Lichtverschmutzung“?
Ich, Xiao Ba, sage zuerst meine Meinung: Viele Bildschirme bedeuten nicht automatisch Luxus.

Der gebogene 12,25-Zoll-OLED-Bildschirm in der Mitte zieht tatsächlich die Blicke auf sich, aber darunter wurde eine Reihe physischer Tasten beibehalten – dafür muss man definitiv Lob aussprechen.
Beim Fahren ist die Blindbedienung über echte Tasten einfach verlässlicher. Dass die Designer von Porsche hier nicht auch noch ihr Gehirn durch einen Bildschirm ersetzt haben, ist erfreulich.
Aber die Frage bleibt: Blenden so viele Bildschirme beim Fahren in der Nacht nicht? Besonders dieses 87-Zoll-AR-HUD, das Navigationsinformationen direkt auf die Windschutzscheibe projiziert – stört das nicht die Sicht? Das Ding ist zwar neuartig, aber die Praxistauglichkeit steht noch infrage.
Außerdem wird dieses Design künftig zur „Familienvorlage“ für neue Porsche-Modelle. Das heißt, wenn man später einen 911 kauft, könnte er auch so aussehen. Ich wage es mir kaum vorzustellen.

Was gibt es außer Bildschirmen noch für Spielereien? Natürlich kann Porsche nicht allein von Bildschirmen leben.
Diesmal hat der rein elektrische Cayenne bei der Individualisierung durchaus Aufwand betrieben und 13 Innenraum-Farbkombinationen angeboten.
Es gibt außerdem einen „Themenmodus“, der Ambientebeleuchtung, Klimaanlage, Sitze und Soundsystem miteinander verknüpft. Klingt interessant – fraglich nur, ob es in der Praxis nicht eher nutzlos ist.

Ein paar Details haben mich wirklich angesprochen: Die Mittelarmlehne und die Ellbogenauflagen an allen vier Türen sind beheizbar – im Winter absolut genial.
Dazu das Panoramadach, das sich in neun Zonen unterteilen und deren Transparenz individuell einstellen lässt – das ist wirklich ein hohes Niveau.
Kommen wir zum Äußeren: Zwar ist es noch ein getarntes Fahrzeug, aber die groben Konturen sind bereits klar erkennbar.

Die vierteiligen Tagfahrlichter an der Front sind inzwischen das Markenzeichen der elektrischen Porsche-Familie – maximal wiedererkennbar.

Da es ein Elektroauto ist, wirkt die Front kompakter, aber der klassische „Frosch-Look“ ist erhalten geblieben.
Die Seitenlinie ist nach wie vor rundlich, aber es werden traditionelle Türgriffe verwendet – das hat mich etwas überrascht, ich hätte versenkbare erwartet.
Das Rücklicht ist durchgehend gestaltet, innen mit einem neuen gitterartigen Muster – recht eigenwillig.
Zum Schluss das, was alle am meisten interessiert: die Leistung.

Das neue Modell basiert auf der PPE-Plattform und der 800-Volt-Architektur – das ist inzwischen Standard bei Porsche-Elektroautos. Der Akku hat über 100 kWh und unterstützt ultraschnelles Laden.

Am beeindruckendsten: Die Hochleistungs-Doppelmotor-Version soll bis zu 1000 PS erreichen! Mein Gott, ein SUV mit 1000 PS – was für eine Vorstellung! Unter 3 Sekunden von 0 auf 100 – auf der Straße sollte man einem Cayenne künftig besser aus dem Weg gehen.
Es gibt außerdem eine kabellose Ladefunktion mit 11 kW – zwar nicht besonders schnell, aber dafür praktisch.

Ein paar ehrliche Worte an den Hersteller.
Die Bildschirmisierung ist der Trend, aber man sollte die Ursprünge nicht vergessen. Physische Tasten beizubehalten ist klug – hoffentlich bleibt diese gute Tradition erhalten.
Außerdem: Bei so vielen Bildschirmen und neuen Funktionen muss die Stabilität und Flüssigkeit des Systems unbedingt stimmen – die Kunden sollen nicht viel Geld für eine Sammlung von Bugs bezahlen.
So, das war's für heute. Was haltet ihr vom rein elektrischen Cayenne? Findet ihr dieses Interieur einen Fortschritt oder einen Rückschritt? Ab in die Kommentare und diskutiert!



